Immer etwas in Reserve

Das Schreiben von Dichter-Kurzbiographien für die Wikipedia läßt den "Noch-zu-lesen"-Stapel auf dem Hocker in der Ecke größer werden. Mit jeder Recherche findet sich Lesenswertes. Und so ein Dünndruck-Russe hält eben ganz schön auf... trotzdem kommt (nicht nur) vom Bücher-Flohmarkt ständig interessanter Nachschub.

Bücher freilassen

Warum ich bookcrossing.com nicht schon früher für mich entdeckt habe, ist mir ein Rätsel. Ich hörte an verschiedenen Enden des Netzes immer wieder davon, jetzt ist es soweit: ich habe mich registriert und werde am Wochenende mein erstes Buch 'freilassen', d.h. irgendwo in der Öffentlichkeit liegen lassen. Das Buch ist ebenfalls registriert, wer es findet, darf es mitnehmen, lesen, und soll es nach einem Eintrag auf der bookcrossers-Website wieder auswildern.

Es ist gar nicht so einfach: weiter

100 Bücher

Nachts um eins mit Nuala O'Faolain im Ohr auf dem Sofa einschlafen, morgens um kurz vor acht zum WDR radeln und mit Khalil Gibran und einem Käsebrötchen den Tag beginnen: das ist der Literaturmarathon '100 Bücher' im Rahmen der LitCologne. Im Kleinen Sendesaal sitzen frühmorgens noch rund 10 un-ermüdliche Marathon-Teilnehmer; WDR-Sprecher und allerlei Prominente lesen Ausschnitte aus Lieblingsbüchern - 24 Stunden lang. Ein Genuß und viele Anregungen zum Weiterlesen...

Valentinstag bei Gonski

Wundertüten bei Gonski in Köln: Gut verschnürte rote Bücherbeutel zu 5 Euro – da konnte ich natürlich nicht widerstehen. Sechs gebundene Bücher, quantitativ nicht zu schlagen; mal sehen, was sie mir eingepackt haben:

  1. Valerie Block, "Der erste Tag vom Rest des Lebens"
  2. Gary Krist, "Aus der Traum (Kate's Quest)";
  3. Tilman Spengler, "Die Stirn, die Augen, der Mund";
  4. Peter Goldsworth, "Wunsch und Ich";
  5. Russel Banks, "Gangsta Bone";
  6. Paul Nizon, "Die Innenseite des Mantels";

Wenigstens den Namen Tilman Spengler glaube ich schon einmal gehört zu haben, ansonsten offenbaren sich wieder einmal breite Wissenslücken. Umso aufregender, vielleicht eine Perle darunter zu entdecken.

Russische Photographie 1917 - 1940

Als ich meine Schnupfennase letzte Woche mal aus der Tür steckte, wurde ich durch ein Flohmarkt-Fundstück belohnt: Ein Bildband voller grandioser Schwarzweißfotos aus einer Zeit voller Aufbruchstimmung, kultureller Avantgarde, Gewalt und Terror. Die berühmten Majakowski-Portraits, in denen sich er Dichterrebell in Pose setzt, die Arbeiter, die beim Reparieren des Kirchendaches in der Zeitschrift "Der Atheismus in der Werkstatt" lesen, die männermordende Achmatowa mit ihrer markanten Nase, und viele bekannte Gesichter, Fotos, die Romane erzählen. Gespickt mit Gedichten aus der Zeit.

Olga Iwinskaja: Lara

Während György Dalos aus dritter und vierter Hand berichtet, kommt dieses Buch aus autobiographisch-nächster Nähe: Olga Iwinskaja, Vorbild für die Figur der Lara, war die Geliebte des Schiwago-Autors, seine Muse, abhängig von seiner Unterstützung und dennoch immer auch in Gefahr wegen der Nähe zu ihm. Fünf Jahre verbrachte sie im sowjetischen Straflager, zwei Schwangerschaften endeten mit Fehlgeburten.  Ich bin gespannt auf die andere Perspektive...

Olga - Pasternaks letzte Liebe

Was sich zunächst wie ein Kitschroman anhört, ist das genaue Gegenteil: ein Polit- und Literaturkrimi aus der Stalin- und Chruschtschow-Ära. György Dalos hat die jahrelange Dreiecksgeschichte des Dichters Boris Pasternak und die Umstände der "Nobelpreisaffäre" (Pasternak lehnte denn Preis 1958 unter Druck ab) anhand von Zeitzeugen und Quellenmaterial recherchiert und liefert ein dichtes Portrait dieser absurd-brutalen Zeit und eines Mannes zwischen seinen zwei Frauen.


Was verbrach ich an Gemeinem,
Ich ein Mörder, ein Popanz?
Ließ die ganze Welt nur weinen
Ob der Schönheit meines Lands.

Boris Pasternak: Doktor Schiwago

Wie bei vielen, ist meiner Erinnerung an das Buch, das ich wohl mit 17 Jahren gelesen habe, von den Bildern des Films überlagert. Höchste Zeit, die Erinnerung aufzufrischen und mit dem neuen Wissen das Buch neu zu entdecken.

Ibn Battuta: Reisen ans Ende der Welt

Im Westen über Jahrhunderte unbekannt, beschrieb der marokkanische Reisende Ibn Battuta im 14. Jahrhundert, also nur weniges nach Marco Polo, seine Reisen durch die gesamte islamische Welt und darüber hinaus. Und das hieß damals nicht nur arabische Halbinsel und Nordafrika, sondern auch Indien, China, Spanien. Angenehm unblumig sein Reisebericht, spannend seine Abenteuer. Eine kurze Übersicht über die Reisen des rastlosen Ibn Battuta habe ich für die Wikipedia übersetzt und ergänzt.